Trinkwasser und Umwelt

Wie Plastikflaschen die Umwelt zerstören

Plastikflaschen sind ein großes Problem für die Umwelt und unsere Gesundheit. Nicht nur die schlechte Ökobilanz durch Verpackungsmaterial und Transporte hat Auswirkungen auf unsere Umwelt, sondern auch die Entsorgung und damit verbundene Verschmutzung.

The Facts about Bottled Water

Energiebilanz von Trinkwasser aus Flaschen

Trinkwasser aus Flaschen hat im Vergleich zu Wasser aus der Leitung eine sehr schlechte Ökobilanz. Der Lebensweg einer Flasche Wasser aus dem Supermarkt besteht in der Regel aus vielen Schritten, die alle eine erhebliche Menge Energie verbrauchen.

  • Produktion der Flaschen aus Kunststoff oder Waschen der Flaschen aus Glas
  • Produktion der Umverpackung
  • Abfüllung
  • Transport zum Großhandel
  • Transport zum Einzelhandel
  • Transport nach Hause
  • Entsorgung der Flaschen in der Verbrennungsanlage, im Wertstoffrecycling oder Wiederverwendung in einem Pfandsystem

Flaschenwasser, das aus einer Entfernung von mehr als 200 km zum Verbraucher transportiert wird, erzeugt einen Energieverbrauch von 0,12 Litern Erdöl pro Liter Wasser. Kommt das Wasser aus einer Entfernung von 1.000 km, so liegt dieses Äquivalent bei bis zu 0,32 Litern pro Liter Wasser.

Wasser aus dem Wasserhahn hingegen hat einen Energieverbrauch von 0,0003 Litern Erdöl (in Erdöläquivalenten) pro Liter Trinkwasser.

Trailer: Bottled Life - Nestlés Geschäft mit dem Wasser

Trinkwasser als Ware

Verschiedene Studien und Dokumentationen beschäftigen sich mit der Kommerzialisierung unseres Trinkwassers durch die Anbieter von Flaschenwasser, das ja ursprünglich nichts anderes ist als Quell- oder sogar Leitungswasser, das in Flaschen abgefüllt und dann oft für ein Tausendfaches der ursprünglichen Kosten verkauft wird.

Für besonderes Aufsehen hat in den letzten Jahren die Dokumentation „Bottled“ aus den USA gesorgt. Die Filmemacher beleuchten insbesondere die Geschäfte des Marktführers für Flaschenwasser Nestlé kritisch. Der folgende Filmausschnitt zeigt den Trailer der Dokumentation.

Die gesamte Dokumentation finden Sie hier:

Bottled Life – der Film

Trailer: Plastic Planet

Plastikflaschen in unserer Umwelt

In den Meeren treibender Plastikmüll wird durch Wellenbewegung und UV-Licht auf Dauer zerkleinert, wobei ein immer höherer Feinheitsgrad bis hin zur Pulverisierung erreicht werden kann. Bei einem hohen Feinheitsgrad wird das Plastikpulver von verschiedenen Meeresbewohnern sowie unter anderem auch von Plankton statt oder mit der Nahrung aufgenommen. Angefangen beim Plankton, steigen die Plastikpartikel, an denen giftige und krebsverursachende Chemikalien wie DDT und Polychlorierte Biphenyle anlagern, in der Nahrungskette immer weiter auf. Auf diesem Weg gelangt der Plastikmüll mit den anlagernden Giftstoffen auch in die für den menschlichen Verzehr bestimmten Lebensmittel.

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Grober Plastikmüll am Ufer des Roten Meeres (Wikipedia)

Mikroplastikteilchen im Meer

In den 1980er Jahren gingen Wissenschaftler noch davon aus, dass die Plastikteilchen nicht weiter umweltrelevant seien, da sie ähnlich wie treibende Tangpflanzen eine Besiedlung durch Algen und Kleinstlebewesen aufweisen. Das wissenschaftliche Fachjournal Environmental Science & Technology berichtete von einer Untersuchung an vielen Stränden auf allen sechs Kontinenten, welche überall Mikroplastikteilchen nachwies; dazu gehören wohl auch Fasern aus Fleece- und anderen Kleidungsstücken aus synthetischen Materialien: Im Abwasser von Waschmaschinen wurden bis zu 1900 kleinste Kunststoffteilchen pro Waschgang gefunden.

„Jedes kleine Stück Kunststoff, das in den letzten 50 Jahren hergestellt wurde und ins Meer gelangte, ist dort immer noch irgendwo.“
(Tony Andrady, Chemiker des amerikanischen Research Triangle Institute)

Toter Albatross mit Plastik im Magen (Wikipedia)

Plastikmüll zerstört marine Ökosysteme

Der Plastikmüll hat erhebliche Auswirkungen auf marine Ökosysteme: Dabei sind insbesondere größere Tiere durch mechanische Verletzungen gefährdet. So bleiben Seehunde mitunter in Getränkekästen stecken oder Fische und Delfine in aufgegebenen Fischernetzen.

„Von 136 maritimen Arten ist bekannt, dass sie sich regelmäßig in Müllteilen verstricken und strangulieren“ – Umweltbundesamt (Deutschland)

Albatrosse und Eissturmvögel verwechseln die Abfallstücke mit Futter und fressen sie. Sie fühlen sich satt, verhungern jedoch schließlich mit müllgefülltem Magen. Auch Wale und Delfine fressen den Abfall. Charles Curtis Ebbesmeyer fand in einem verendeten Albatros-Jungtier an die 100 Plastikteile, mit denen es von den Elterntieren gefüttert worden war (National Geographic 10/2005).

Quelle: Wikipedia