Weichmacher im Trinkwasser

Weichmacher sowohl in Flaschenwasser als auch Grundwasser

Wie Studien der WHO belegen, können Weichmacher (Phtalate) in Regenwasser, Flußwasser aber auch in Grundwasser nachgewiesen werden. Bei Flaschenwasser treten Phtalate weniger aus den Flaschen selbst, sondern im wesentlichen aus den Dichtungen in Kappen ins Wasser. Oft gelangen Phtalate auch während des Verarbeitungsprozesses in das Flaschenwasser, beispielsweise wenn das Wasser Kunststoffschläche durchläuft.

Bisher wird davon ausgegangen, dass der wesentliche Belastungspfad der Bevölkerung über Nahrungsmittel erfolgt. In der letzten Zeit ist darüber hinaus deutlich geworden, dass eine weitere relevante Quelle für die menschliche Belastung besteht. Es handelt sich um Kapselhüllen von Arzneimitteln, in denen Phthalate (Weichmacher) als zugelassene Hilfsmittel eingesetzt werden dürfen. So kann z.B. Dibutylphthalat bis zu einigen mg/kg in den Kapselhüllen enthalten sein. Daneben sind aber auch viele Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt, die gleichfalls Phthalate enthalten können. Bisher gibt es hierzu keine belastbaren Daten in der wissenschaftlichen Literatur.

Weichmacher: Wirkungen an Leber, Niere und Hoden

Einige Phthalsäureester zeigen im Tierexperiment bei Fütterungsversuchen insbesondere Wirkungen an den Organen Leber, Niere und Testes (Hoden) sowie ein vermindertes Körpergewicht. An Nagern wurden verschiedene Effekte, wie zum Beispiel Leberveränderungen, Peroxisomenproliferationen, verminderte Cholesterolsynthese und reduzierter Glykogengehalt beobachtet.

Auch konnte in verschiedenen Untersuchungen bei Nagern Effekte auf den sich entwickelnden Fetus im Sinne eines geringeren Geburtsgewichts, einer verminderten Nachkommenzahl und verschiedene Missbildungen beobachtet werden. Nach oraler Zufuhr von Weichmachern konnten Hodenrückbildung bei Ratten und Mäusen nachgewiesen werden, wobei die Wirkungen abhängig von der Dosis und dem Alter der Versuchstiere zum Zeitpunkt der Exposition (juvenile Tiere sind empfindlicher) waren. In Langzeituntersuchungen wurde bei Fütterungsstudien an Ratten und Mäusen für DEHP auch eine Zunahme der Inzidenz von Lebertumoren beschrieben.

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